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Die Zeidler  aus Feucht

Inhalt

Zeidel-Museum

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Historische Zeidler Darstellungen

Feucht und das Zeidlerwesen

Die Marktgemeinde Feucht, 15km südlich von Nürnberg, liegt mitten im Lorenzer Wald, der zusammen mit dem Sebalder Wald heute noch einen fast geschlossenen Ring um die Großstadt Nürnberg bildet. Dieser Wald, der im Laufe der Jahrhunderte zum reinen Nutzwald verkam, war im Mittelalter viel artenreicher als in unserer Zeit. Mit seinen nektarreichen Tannen, Fichten, Linden, Salweiden, mit seinen ausgedehnten Heidekraut-, Heidelbeer-, und Preiselbeerflächen bildete er die Lebensgrundlage für die vielen wilden Bienenvölker, die es darin gab.

Doch der Lorenzer und Sebalder Wald waren so genannter Reichswald. Sie gehörte nicht der Stadt Nürnberg, sondern dem Kaiser und werden bereits 1266 in einer Urkunde als „des Kaisers und des Reiches Bienengarten“ bezeichnet. Wie das Wild, gehörten deshalb auch die wilden Bienen dem Kaiser. Dieser aber übertrug die Nutzungsrechte, das heißt die Ausbeutung der Bienenstöcke zwecks Honiggewinnung den Zeidlern. Das Wort Zeidel bedeutet Honig und „zeideln“ die Honigwaben aus dem Stock heraus-schneiden. Ein Zeidler war also ein Imker, dessen Handwerk darin bestand, im Reichswald nach Bienenstöcken zu suchen und diese auszubeuten.


Für gewöhnlich fanden sich die Bienenstöcke in Baumhöhlungen, die dann von den Zeidlern gekennzeichnet wurden und ihnen gehörten. Doch gar bald erkannte man, dass es viel einfacher ist, das Stück Stamm mit dem Bienenstock in der Nähe des Hauses und auch geschützt vor wilden Tieren aufzustellen. Es entwickelte sich ganz von selbst die Hausbienenzucht. Aus dem „Beutenklotz“ wurden Bienenkörbe und Bienenkästen. Man begann sich wissen-schaftlich mit der Biene zu beschäftigen.


Da Bienenhonig im Mittelalter das einzige Süßungsmittel für Speisen und Getränke war, kam dem Zeidlerwesen große Bedeutung zu und es wurde auch im großen Maßstab betrieben. „Ströme von süßem Gold“ flossen ins nahe Nürnberg, wo der Honig neben dem privaten Verbrauch vornehmlich für die Lebküchnerei, zum Konservieren von Früchten und die Bereitung des Honigweins (Met) diente.



Die Zeidler bildeten einen eigenen Berufstand, gab es doch in der Blütezeit Nürnbergs im Sebalder und vor allem im Lorenzer Reichswald verstreut 92 Zeidel-güter.


Es entstanden ganze Zeideldörfer. Eines davon war Feucht, das nicht nur mitten im Wald, sondern auch sehr verkehrsgünstig an den Fernstraße Nürnberg-Regensburg-Wien lag.


Feucht entwickelte sich zum Zentrum des Zeidelwesens und erhielt im 14. Jahrhundert sogar ein eigenes Zeidelgericht. Das Ge-bäude, in dem die letzten Gerichtsverhand-lungen waren, steht  noch und dient heute als Musikschule.


Die Zeidler waren angesehene Leute. Sie besaßen vom Kaiser die Zollfreiheit. Sie übten waldpolizeiliche Funktionen aus und ihre Zeidelgüter waren sogar vererbbar. Als Gegenleistung konnte sie der Kaiser dafür zum Dienst mit der Armbrust einberufen. Deshalb finden wir im Wappen der Marktgemeinde Feucht heute noch das so genannte Zeidelmännchen mit der Armbrust über der Schulter und auf einem Bienenkorb stehend. Rechte und Pflichten der Zeidler sind in einer Urkunde von Karl IV. von 1350 aufgezeichnet.

Zeidler im Mittelalter

Aus dem Museum